FKK für Hose und Pulli

Sevilla, 7. Januar, 9:00 Uhr: Vor der Hausnummer 81 auf der Einkaufsstraße Calle Sierpes tummeln sich die Nackten. Ok, vielmehr sind es Halbnackte. Junge Menschen in Unterwäsche, die nur eins wollen: Klamotten for free. Total umsonst. Für null komma null Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass das spanische Label Desigual mit dieser Werbeaktion die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bereits vor einem Jahr fand das ungewöhnliche Shopping-Event etwa in Amsterdam, Lissabon und Berlin statt. Die Regeln sind einfach: Komm in Unterwäsche und sei unter den hundert Ersten. Schon darfst du dir ein Ober- und ein Unterteil aus dem Sale-Bereich aussuchen. For free. Total umsonst. Für null komma null Euro.

Desigual – ein Marketingcrack und Unterwäsche-Shopping-Revolutionär? Nicht so ganz. Das farb- und musterfreudige Label hat abgeguckt – und kleidungsmäßig aufgestockt. Denn vor mehr als zehn Jahren hatten die Kunden des österreichischen Modeunternehmens Kleider Bauer zum shoppen noch keinen Fetzen Stoff am Körper. Keine Unterbuxe. Keinen BH. Die Promo-Aktion lief ähnlich wie die Desiguals: Komm nackt und du erhältst Klamotten. In diesem Fall war es ein Warengutschein über 5.000 Schilling. Die Flitzer-Aktion wurde allerdings durch den österreichischen Werberat als unmoralisch eingestuft und so vom Modehaus eingestellt. Und selbst Kleider Bauer hat abgeguckt: In den 70er Jahren startete ein Wiener Herrenausstatter eine ähnliche Kampagne. Die Resonanz: Fünf Nackte und eine Anzeige.

Scheinbar kann man heutzutage nichts mehr so richtig neu erfinden – zum Glück für die Bürger in Frankreich und den USA, die in Lyon bereits heute und in San Fransisco am 26. Januar ihre schönste Unterwäsche rauskramen und so Klamotten for free bekommen können. Total umsonst. Für null komma null Euro. Doch man muss den Stil halt mögen.

 

      

Fotocredit: http://blog.desigual.com

Comments
2 Responses to “FKK für Hose und Pulli”
  1. Zässi sagt:

    auch wenn es nur abgeguckt ist – witzig ist die Aktion schon…

    • Christian sagt:

      Naja einen geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, aber sonst können die wirklich nur praktische Tüten herstellen..;)

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